Schleifanleitung zur Handhabung von Schleifsteinen
Wassersteine müssen vor dem Schleifen eine zeit lang gewässert werden (ca.15-20 Minuten).
Anschließend fixieren Sie den Stein, indem Sie ihn z.B. auf ein feuchtes Schwammtuch oder in einen speziellen Schleifsteinhalter legen.
Es erfordert ein wenig Übung, seine Messer auf einem Stein zu schleifen, denn Sie müssen den richtigen Winkel konstant einhalten. Dieser liegt bei beidseitig geschliffenen Klingen bei ca. 10-15°. Nur für stärker beanspruchte Messer wird ein steilerer Winkel von ca.15° bis 20° (Jagdmesser) gewählt.

Für einseitig angeschliffene Messer (japanische Küchenmesser), und andere aus speziellem Stahl, wird knapp der doppelte Winkel gewählt. Hierfür allerdings benötigt man Schleifsteine von 2500 bis 6000er Körnung! Wer es ganz genau haben will, kann dann noch mit einem 8000er Stein und anschließendem Polieren nacharbeiten.
Der gleichmäßig eingehaltene Winkel ist wesentlich beim Messerschleifen. Um diesen beizubehalten, kann man im Handel einen Messerwinkelfixierer erwerben. Alternativ nimmt man ein Stück Holz, das im entsprechenden Winkel selbst angefertigt werden kann. Das Messer ist beim Schleifen auf das Stück Holz zu pressen und auf dem Schleifstein beim Schleifen mitzubewegen. Ohne Hilfsmittel presst man den Daumen teilweise unter den Klingenrücken. Dies ist bei kleinen Klingen allerdings schwierig. Das Messer sollte immer schräg in einem den Stein gezogen werden.
Beginnen Sie den Primär-schliff mit der Spitze der Klinge und auf der gröberen Seite des Schleifsteins. Die linke Hand fixiert die Klinge zusätzlich. Sie sollte möglichst nah am Druckpunkt aufgelegt werden: also nah an der Schneidkante. Mit der Schleifbewegung führt man die Klinge nicht in ganzer Klingenlänge über den Schleifstein; sondern nur etwa 20% mehr von der Klingenlänge, als der Schleifstein breit ist. Die Schleifbewegung sollte einer langezogenen 8 entsprechen.
Wenn lhnen kreisende Bewegungen besser liegen, ist das auch möglich: üben Sie dann beim Ziehen der Klinge mehr Druck aus als beim Schieben.
Auf diese Weise bearbeitet man nach und nach die gesamte Klingenlänge. Beim Schleifen eines gekrümmten Klingenauslaufes (wenn vorhanden, dann natürlich am Griff) muss man darauf achten, den Anpressdruck nicht zu hoch zu wählen, da das Messer nur in einem kleinen Schneidenbereich auf dem Schleifstein aufliegt und daher sonst der Andruck zu groß wird. Bei Messern mit gerader Klinge brauchen Sie hierauf nicht zu achten. Nach einiger Zeit bildet sich ein kleiner Grat, den man gut spüren kann. Wenden Sie nun das Messer und wiederholen Sie die Prozedur mit der anderen Seite. Achten Sie aber darauf, dass Sie penibel den Winkel einhalten und lassen Sie sich nicht dazu verleiten, den Winkel zu erhöhen, nur damit der entstandene Grat schneller entfernt wird.
Der Grat ist jetzt wesentlich kleiner und nicht mehr so gut zu spüren. ZIEHEN Sie zum Abschluss nur kurz die Seite mit der Sie den Schleifvorgang begonnen haben in einer Richtung über den Stein, um den kleinen Grat zu entfernen.
Nun wiederholen Sie den ganzen Vorgang mit der hellen Seite des Schleifsteins.
Am besten mit einem leicht erhöhten Winkel, +2-3° Grad, damit auch wirklich alle Stellen der Klinge mit der feineren Schleifseite in Kontakt kommen. (Sekundärwinkel) Achten Sie auch hier unbedingt darauf, dass sich der Winkel während des Schleifens nicht verändert und drücken Sie jetzt weniger stark auf die Klinge als bei der groben Seite.
Wenn Sie eine feinere Körnung >3000 haben, benutzen Sie diese für ‘finish’: Hierzu werden beide Seiten werden einige Male über den Stein gezogen.
Während des Schleifvorgangs bildet sich etwas Schlamm an der Oberfläche des Steins. Dieser enthält die Schleifpartikel und sollte nicht entfernt werden Wenn der Stein zu trocken wird, tröpfeln Sie wieder etwas Wasser auf die Oberfläche. Am Anfang des Schleifvorgangs ist das 4-5 mal erforderlich, damit der Stein richtig nass ist.
Ist der Schleifstein nicht mehr ausreichend eben, so sollte man ihn abrichten. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit einem gekauften Keramik- Diamantschleifblock oder der günstigeren Alternative mit Siliziumkarbid Nassschleifpapier. Dieses ist nass zu machen und auf eine Glasscheibe zu legen. Das nasse Papier klebt durch das Wasser auf der Scheibe fest. Nun nimmt man den Schleifstein, der nicht mehr eben ist und führt ihn erst kreisend und anschließend diagonal über das Schleifpapier.
Spülen Sie nun den Schleifstein im Wasser und trocknen ihn. Sollten Sie ihn häufiger benötigen, lassen Sie ihn im Wasser liegen und können ihn beim nächsten mal sofort benutzen.
